In diesem Artikel erfährst du, was Meta-Programme sind und welche Meta-Programme hinderlich und welche förderlich sind.

Was sind Meta-Programme?

“Where Focus goes energy flows” – Dieses bekannte Sprichwort besagt, dass deine Energie dahin geht, worauf dein Fokus ausgerichtet ist. Und genau dies ist ein wesentlicher Aspekt von Meta-Programmen!

Meta-Programme kann man als übergeordnete Strukturen (Programme) beschreiben, die Wahrnehmungs- und Denkprozesse steuern und damit typische Strategie-, Verhaltens- und Denkmuster eines Menschen beeinflussen. Sie sind sozusagen Standard Aufmerksamkeits- und Verarbeitungsmuster. Die Leitfrage, mit der man nach Meta-Programmen fragt, ist: „Worauf achtest du eher?“ (z.B. Chancen oder Risiken) und „Wie reagierst du automatisch?“ (z.B. Übereinstimmen oder eine Gegenposition beziehen). 

Metaprogramme laufen blitzschnell unterbewusst und gewohnheitsmäßig ab und werden normalerweise nicht infrage gestellt. Sie sind inhalts-freie Filter, d.h. Meta-Programme selbst haben keinen Inhalt, sondern filtern oder strukturieren einen dargebotenen Inhalt. Sie entscheiden, welche Informationen wir aufnehmen und wie wir sie bewerten und verarbeiten. Meta-Programme beschreiben somit grundlegende Organisationsprinzipien, wie eine Person wahrnimmt, denkt und handelt. Sie beeinflussen, wie Erfahrungen repräsentiert, ausgewählt und gewichtet werden.

All dies sind wichtige Meta-Programme:

Richtung: Hin-Zu – Weg-Von

Grund: Möglichkeit – Notwendigkeit

Zeitrahmen: Kurzfristig – Langfristig

Phase: Anfang – Mitte – Abschluss

Repräsentationssystem: Visuell – Auditiv – Kinästhetisch – Gustatorisch – Olfaktorisch

Bezugsrahmen/Referenzrahmen: Intern, Selbstreferenz – Extern, Fremdreferenz – Halluziniert, extern

Überzeugungs-Kanal: Sehen – Hören – Tun –  Lesen

Überzeugungs-Anzahl: 1x – Mehrmals – Zeitraum – immer

Aktivität: Proaktiv – Reaktiv – Inaktiv

Arbeits-Stil: Management – Team – Solo

Problemlösung: Selbst – Andere

Orientierung: Tasks – Beziehungen

Handeln: Geplant Spontan

Organisations-Stil: Strukturiert – Unstrukturiert – Chaotisch

Ziele: Optimierung – Perfektion

Reaktion auf Stress: Denken (kognitiv) – Fühlen (emotional) – Handeln (Aktion)

Vergleichsmodus: Beziehungs-Sort, Match (Gleichheit) – Mismatch (Unterschied)

Chunk-Größe: Überblick, Allgemeinheiten – Detail, Einzelheiten – Überblick zu Detail – Detail zu Überblick

Kommunikation: Diskutieren (bekannt & recht haben) – Dialog führen (neu & offen sein)

Primäre Interessen: Menschen – Dinge – Orte – Aktivitäten – Informationen

Zeiterleben: In-Time – Through-Time – Between-Time

Zeitorientierung: Gegenwart – Vergangenheit – Zukunft – Zeitlosigkeit (A-temporal)

Beziehungsmuster: Selbst (Ich) –  Andere – (Du) – System (Wir)

Aufmerksamkeit: Chancen – Risiken

Dass ein Meta-Programm besser oder schlechter ist als ein anderes, kann man pauschal nicht sagen. Aber es ist immer förderlich, Meta-Programme in den jeweiligen Situationen zu identifizieren und flexibel zu nutzen. Wenn du bemerkst, dass dich die Art und Weise, mit der du die Welt wahrnimmst, einschränkt, kannst du das verantwortliche Meta-Programm identifizieren und verändern und damit auch deinen Fokus. Was zunächst harmlos erscheint, kann drastische Auswirkungen haben. Die folgenden Beispiele sind gängige Sets von Meta-Programmen, die sich in der Arbeit mit Coachees in vielen Situationen als hilfreich erwiesen haben: 

Von “Weg-von” zu “Hin-zu”

“Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben” – Christian Morgenstern

Als Erstes möchten wir dir die beiden Meta-Programme “Hin-zu” und “Weg-von” vorstellen. Bei ihnen handelt es sich um die Meta-Programme der Richtung. 

Motivation entsteht dadurch, dass wir uns zu etwas hingezogen (Hin-zu) fühlen oder etwas vermeiden wollen (Weg-von). Viele Menschen nutzen die „Weg-von“-Motivationsstrategie mit belastenden Gefühlen bis hin zum Durchspielen von Worst-Case-Szenarien in ihrem Kopf. 

Das erzeugt jede Menge Stress. Durch die Motivation mithilfe des Weg-von Meta-Programms setzen wir uns zwar oft in Bewegung, aber wir wissen noch nicht wohin. Wer nicht genau weiß, was er will, kommt jedoch irgendwo oder auch nirgendwo an. Dies sind einige Beispiele für Weg-von-“Ziele”:

  • „Ich will nicht mehr rauchen.“
  • „Ich will nicht krank sein.“
  • „Ich will nicht mehr übergewichtig sein.“

Anstelle sich auf die Dinge zu fokussieren, von denen man sich entfernen möchte, kann es besser sein, sich zu fragen, was man anstelle dessen erreichen möchte: 

  • Wo möchtest du dich hinbewegen?
  • Was willst du stattdessen?
  • Welches Ziel möchtest du anstreben? 

Für das Unbewusste (und auch für das Bewusste) ist es kompliziert in “nicht”-Kategorien zu denken. Dein Unbewusstes muss, um „nicht“ denken zu können, erst das Wort nach dem „nicht“ (rauchen, krank, übergewichtig) in seiner Vorstellung aufrufen. Aber dieses Wort, das in den Fokus rückt, ist ja gerade das, was du in Zukunft vermeiden möchtest. Anstelle also beispielsweise die Formulierung „nicht krank sein“ zu nutzen, könntest du auch formulieren, dass du in Zukunft körperlich fit sein willst. Das ist das Umformulieren von dem Meta-Programm “Weg von” zu “Hin zu”. Hier nun also hilfreichere Formulierungen: 

  • „Ich will nicht krank sein.“ > Ich möchte körperlich fit sein.
  • „Ich will nicht mehr übergewichtig sein.“ > Ich möchte schlank sein.
  • „Ich will nicht mehr rauchen.“ > Ich möchte einen gesunden Lebensstil führen, joggen gehen und mich mehr im Freien bewegen.

Es bringt viele Vorteile mit sich, die Orientierung deiner Wahrnehmung von „Weg-von“ nach „Hin-zu“ zu verändern, nicht zuletzt ist dies die Grundlage zum Definieren spezifischer Ziele. Wenn du die hilfreichere Hin zu-Formulierung gefunden hast, lernt du hier, wie du deine Ziele (SMART) definieren kannst. 

Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft

Das nächste Meta-Programm, das sich lohnt, dir bewusst zu machen, bezieht sich auf die Zeitorientierung. Wir können uns auf die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft fokussieren. Außerdem gibt es das vierte Meta-Programm “Zeitlosigkeit”. 

„The past is the past, you can’t change it. All you can do is look forward to the future.“ – Ashlee VanDyken

Wir können die Vergangenheit nicht verändern. Dennoch bietet sie reichlich Stresspotenzial. Das kann dazu führen, dass Menschen immer wieder daran denken, was sie hätten anders machen sollen – statt aus der Gegenwart, ab jetzt, ihr Leben zu gestalten. Natürlich ist es sinnvoll, aus der Vergangenheit zu lernen. Wenn dich aber eine Situation in der Vergangenheit auch heute noch belastet, kann es sinnvoll sein, das Meta-Programm zu “wechseln.”

Prinzipiell kann man sagen, dass Menschen, die ihren Fokus mehr in der Zukunft, als auf der Vergangenheit haben, auch eher identifizieren, wo sie eigentlich hinwollen. Und natürlich birgt auch das, die Möglichkeit sein Leben zu verpassen, denn wer immer in der Zukunft lebt, lebt auch nicht – denn leben können wir nur in der Gegenwart. Hier ist also ein angemessener Mix sinnvoll.

Chancen vs. Risiken

Das nächste stressvolle Meta-Programm ist das Risiken Meta-Programm. “Was passiert, wenn X schiefgeht, wenn ich pleite gehe, ich meinen Job verliere, ich scheitere, mein Auto kaputtgeht und so weiter und so fort…?” Manche Menschen sehen überall Risiken und stehen damit neuen Erfahrungen im Wege.

Ist es in deiner Situation wirklich hilfreich für dich Negativ-Szenarien in deinem Kopf durchzugehen? Oder wäre es hilfreicher, dir die folgenden Fragen zu stellen?

  • Welche Chancen birgt mein Projekt?
  • Was kann ich nutzen?
  • Was kann Positives passieren und wie kann ich es wahrscheinlicher machen?
  • Was ist bereits gut und wie kann ich darauf aufbauen?

Und damit ist nicht gemeint, dass man Risiken ausblenden sollte, aber eine Fixierung auf Risiken erzeugt Stress und macht bewegungsunfähig.

Wenn du eine Situation identifiziert hast, bei der dir ein Meta-Programm hinderlich ist, kannst du es recht einfach verändern. Eine Methode, wie das geht, stellen wir dir im 2. Teil unserer Artikelreihe vor – darin geht es um eine Vorgehensweise zur Veränderung von Meta-Programmen mit dem Meta-Programm Mapping Across.

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